BÜRGERINITIATIVE

Freunde der Kastanienallee Levetzowstraße in Berlin - Moabit 

 

Wir kämpfen für den Erhalt der Kastanien


Herbst 2019 – endlich kommt der Regen, aber der Sommer hat seine Spuren hinterlassen an den Kastanien auf der Levetzowstraße!

Liebe Freunde der Kastanien in der Levetzowstrasse,

wir haben erneut einen sehr heißen und viel zu trockenen Jahrhundert-Sommer in Berlin erlebt, der auch bei unseren Kastanien deutliche Spuren hinterlassen hat. Die Blätter sind seit Mitte Juli braun gefärbt und trocken. Teilweise findet eine Notblüte statt, so dass wir blühende Kastanien am Ende des Sommers gesehen haben.


Zur Erläuterung: "Der Begriff Notblüte beschreibt eine Blütenbildung, die durch Stress der Pflanze ausgelöst wird. Der biologische Sinn in einer Notblüte besteht darin, dass die Pflanze noch vor ihrem drohenden Tod Samen bilden kann, welche dann schlechte Zeiten überdauern und auf günstigere Wachstumsbedingungen warten können." (Quelle: Wikipedia).

Als Auslöser für das Phänomen der Notblüte  werden u.a. Wasser- und Nährstoffmangel, Schädlingsbefall und Klimaanomalien genannt. Als dies trifft sehr wahrscheinlich auf die Situation unserer Kastanien zu:

 

Der Sommer 2019 bescherte uns erneut lang anhaltenden Trockenperioden. Durch den schlechten Boden und das fehlende Wasser leiden die Kastanien an Mangelerscheinungen, was ein einmaliges Düngen — wie es das Grünflächenamt im Frühjahr durchgeführt hat — wahrscheinlich nicht ausgleichen kann. In den Bäumen hat sich die Miniermotte und der Zunderschwamm festgesetzt und, dass das Klima sich geändert hat und sich dieses fortsetzt, können wir jeden Tag in den Nachrichten lesen.

 

Alle diese Faktoren können Pflanzen aus ihrem üblichen Rhythmus bringen und zu einer Blüte zur "Unzeit" anregen, was wir bei unseren Kastanien auf der Levetzowstrasse beobachten können.

 

Notblüte - dieKastanien in der Levetzowstrasse sind durch widrige Umweltbedingungen gestresst
Die Kastanien auf der Levetzowstrasse sind gestresst und treiben eine Notblüte. Foto: Stefan Zobel

Was sagt das Straßen- und Grünflächenamt zu der Situation

Die Bäume wurden auch in diesem Sommer nicht gewässert, was uns zu Fragen an Herrn Leder, dem Leiter des Straßen- und Grünflächenamtes Berlin-Mitte, bewegt hat. Außerdem wollten wir wissen, wann der Grünstreifen gemäht wird, damit wir erneut eine Laubharken-Aktion durchführen können.

 

Hier unsere Fragen an Herrn Leder sowie seine Antworten:

 

Unsere Frage:

Die Kastanien in der Levetzowstrasse sind nach dem langen, heißen Sommer in bedauernswertem Zustand. Wie im letzten Jahr wurde auch in diesem Jahr keine Bewässerung durchgeführt. Sie hatten uns darauf hingewiesen, dass Feuchtesensoren eingebaut worden sind deshalb die Frage: was konkret haben diese Feuchtsensoren unseren Bäumen diesen Sommer an Vorteil gebracht? Liegen hier Ergebnisse vor? Dem Zustand der Bäume nach zu schließen fehlt es eindeutig an Wasser. Warum wurde die Levetzowstrasse nicht in Bewässerungspläne einbezogen? Aktuell erscheint uns der Verweis auf die Existenz von Feuchtesensoren als nicht hilfreich, um den Zustand der Bäume zu verbessern.

 

Antwort des Grünflächenamtes:

Sinn einer nachhaltigen Baumpflege ist es dort einzugreifen wo es notwendig ist. Die Feuchtesensoren zeigen uns wo den Bäumen geholfen werden muss und wo dies nicht notwendig ist. Innerhalb des Grünstreifens war seit der Düngung im Frühjahr durchgehend ausreichend erreichbares Wasser vorhanden. Der Bereich in der Tiefe von 30-60 cm war zeitweise trocken, aber der 90 er Bereich durchgehend feucht. Also liegt es nicht am Wasser sondern an der starken Sonneneinstrahlung, der Rückstrahlung der Straße, den Vorschädigungen und der Miniermotte die dort optimale Lebensbedingungen findet. Auf all diese Faktoren haben wir keinen Einfluss. Wasser wird in den nächsten Jahren eine immer größere Bedeutung erlangen, denn auch hier sind uns Grenzen gesetzt, was sich in diesem Jahr schon in einigen Teilen von Brandenburg bemerkbar gemacht hat wo Grün zeitweise gar nicht mehr gewässert werden durfte.

 

Unsere Frage:

Weiterhin möchten wir - wie im letzen Jahr sehr erfolgreich durchgeführt - wieder eine Laubsammelaktion durchführen. Im Augenblick ist das nicht möglich, da der Grünstreifen nicht gemäht worden ist. Die Zeit drängt aber, da sich das Laub bereits auf dem Boden sammelt. Wann ist damit zu rechnen und warum ist das noch nicht geschehen ?

 

Antwort des Grünflächenamtes:

Die Mäharbeiten in den Mittelstreifen werden an Privatfirmen vergeben. In diesen Jahr konnte erst sehr spät eine Firma verpflichtet werden, die jetzt angefangen hat die Mäharbeiten durchzuführen, so das damit zu rechnen ist das auch bald dieser Mittelstreifen gemäht wird. Beim Mähen durfte auch das meiste Laub mit aufgenommen werden.

Wildwuchs auf dem grünen Mittelstreifen der Kastanien in der Levetzowstrasse.
Die Grünfläche, auf dem die Kastanien stehen ist völlig verwildert, was das Zusammenharken des Laubes unmöglich macht. Foto: Stefan Zobel

Soweit die Antworten des Straßen- und Grünflächenamtes, die nichts Gutes für unsere Bäume und dem Lebensumfeld, in dem sie stehen, bedeuten.

 

Was unsere nächste Laubharken-Aktion betrifft, werden wir uns bis zum Mähen des Grünstreifens gedulden müssen. Zur Zeit ist das nicht möglich - aber wir bleiben auf jeden Fall dran und hoffen auch dann wieder auf breite Unterstützung.

 

Bis dahin verbleiben wir mit herzliche Grüßen,

Ihre Sabine Bechinger  und Stefan Zobel

 

29. September 2019


Antrag an die Bezirksverordnetenversammlung Berlin-Mitte vom 11. März 2018

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Die nächsten Termine:

2019

Derzeit liegen keine Termine vor. Wir werden die Freunde der Kastanien auf der Levetzow-strasse hier frühzeitig über anstehende Aktionen und Termine informieren.


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